Teil11

Zug fahren hatte sich noch nie zuvor so seltsam angefühlt. Irgendwie hatte ich erwartet, dass ich aufgeregt in Richtung Heimat fuhr, doch ich war total ruhig. Meine Augen schauten aus dem Fenster, doch meine Blicke blieben nirgends hängen. Es war mir nicht klar, was ich fühlte, bis du wieder in meinen Gedanken auftauchtest. Dieser Zug brachte mich wieder zurück zu dir, zumindest in deine Richtung. Ich hatte dich lange nicht mehr gesehen, ein paar Monate schon. Auf dem Foto von dir, das ich die ganze Zugfahrt in den Händen hielt sahst du so glücklich aus. So glücklich warst du mit mir nie, aber ich würde dich noch hundertmal glücklicher machen, deshalb war auf dem Weg zurück zu dir.

Mein Vater empfing mich am Bahnhof in Eutingen. Mein Herz raste während ich auf sein Auto zulief, ich hatte Angst vor seinen Worten und auch Angst vor seinen Schlägen. Doch meine Angst verflog schlagartig, als er mich anlächelte, mir eine Vesperdose mit selbst geschmierten Brötchen reichte und mir sagte er bringe mich zu dem Festival, auf dem ich mit Lennard verabredet war. Innerhalb von Stunden ging ich durch die Hölle und schwebte dann wieder auf Wolke sieben, ich war frei, ich war wieder da und bald schon würde ich bestimmt alles wieder gut machen, Engel.

 

 

27.5.17 16:40

Letzte Einträge: Teil5, Teil8

Werbung


bisher 0 Kommentar(e)     TrackBack-URL

Name:
Email:
Website:
E-Mail bei weiteren Kommentaren
Informationen speichern (Cookie)


 Smileys einfügen